Angst lähmt
Wir leben in einer Welt, wo uns stets, oft und immer öfter die ANGST
1) Dinge tun lässt oder
2) Dinge NICHT tun lässt.
Angst ist - evolutionsbedingt - ein uraltes Programm. Wenn wir die Angst im Gehirn aktivieren, spulen wir archaische Verhaltensmuster ab, die alle auf 2 Grundverhaltensmuster zurück gehen: FLUCHT oder ANGRIFF
Entweder wir flüchten (anders ausgedrückt: verfallen in Lethargie... all die Dinge, die wir gerne tun würden, die wir aber nicht tun aus Angst) oder wir gehen zum Angriff über (wir über-reagieren, wir handeln unüberlegt, mehr oder weniger agressiv, wir gehen auf den anderen los).
Wann immer die Angst unser Antrieb ist, ob bewusst oder unbewusst, stellen wir uns dem Fluss des Lebens entgegen. Wir blockieren uns selbst.
Wir sind nicht mit uns selbst verbunden und unentspannt (im Falle des überagierens) oder wir leben nicht wirklich (aus Angst verharren wir da, wo wir sind, auch wenn unsere Seele rebelliert).
Wie komme ich darauf?
In unserer Welt sichern wir uns gerne gegen alle Eventualitäten ab (Angst?). Wir möchten für jeden Fall gewappnet sein. Bei allem, was uns begegnet stets die Kontrolle behalten. All dies entspringt einer inneren Angst.
Gestern abend gab es hier in der Nachbarschaft eine Bombenwarnung. Das gesamte Viertel, 600 Menschen (meine Tochter und ich auch) wurden evakuiert. Man traf sich in der Turnhalle der Schule. Sie glauben ja gar nicht, wie die Menschen reagiert haben zum Teil. Dazu müssen Sie wissen, dass ich in einem recht gut situierten Viertel wohne und das Nachbarviertel (welches auch evakuiert wurde), ist extrem gut situiert. Wunderschöne Villen, schlossähnliche Häuser, herrliche Parks. 35 Menschen weigerten sich diese Ihre wundervollen Häuser zu verlassen. Aus Angst? Da passiert etwas völlig Unvorhergesehenes, potenziell Gefährliches und dennoch denken manche Menschen in diesem Moment ausschließlich an ihren Besitz. Sie reagieren völlig "über". Sperren sich gegen das, was gerade unvorhergesehen und unerwartet in ihrem Leben passiert. Statt mit dem Fluss des Lebens zu gehen und in dem Moment einfach einmal die vermeintliche Kontrolle abzugeben.
Diese 35 Menschen, waren in ihrem "Angriffs-Programm", diskutierten mit Feuerwehr und Ordnungsamt, ob das alles "rechtens" sei, ob man sie aus ihren Häusern hinaus zwingen könne. Solange, bis die Polizei kam. Kommen MUSSTE. Das ist im Kern nichts anderes als Angst. Aber wovor? Vor dem Leben? Vor dem Unplanbaren? Vor Fremdbestimmung, Kontrollverlust?
Meine Botschaft: Sehen Sie das Gute in jedem Moment! Soll ich Ihnen etwas sagen? Ich hatte nette Gespräche mit Nachbarn, die ich seit Jahren immer nur aus der Ferne sehe. Man kennt sich, man grüßt sich, aber man weiß eigentlich nichts voneinander. So eine Turnhalle verbindet.
Ich möchte damit auch sagen: Ersetzen Sie die Angst durch Dankbarkeit! Wir leben in einer Welt aus Watte. Wie wenig braucht es mitunter um manche Menschen in ihre Angst oder aus der Fassung zu bringen?
Wie sehr hängen wir an dem, was wir "besitzen"? Auch an unseren Gewohnheiten.
Ich fliege am Freitag nach Südamerika. Wissen Sie. Ein Kontinent, wo man eigentlich auf der Straße erschossen wird, wie mein Vater früher zu sagen pflegte. Ich freue mich, denn ich weiß, das, was im Außen passiert, ist immer ein Spiegel. Die Angst würde mir schon jetzt die Vorfreude nehmen und mich blind machen für all das Schöne, was dort auf mich wartet.
Während ich in der Schwitzhütte sitzen werde, wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit!
Der nächste Blog kommt aus Ecuador!
Bis dahin Herzensgrüße an Sie alle!
Jutta Klöckner
(copyright 2010)
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